Neu bei Trask: Andreas Hestermeyer baut das Geschäft in Deutschland auf

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Begeisterung für Technik und Menschen. So lässt sich jener Mann beschreiben, der mit langjähriger Erfahrung aus dem Bereich IT in der Automobilindustrie und anderen zu Trask kommt. Zuvor war er als General Manager of IT Manufacturing bei Volkswagen in Deutschland und als Head of Customer Care bei Volkswagen of America in Detroit tätig. In diesem Jahr wechselte Andreas in die Vertriebsabteilung unseres deutschen Büros. In diesem Interview haben Sie die Möglichkeit etwas über seine Ansichten über die Zukunft, Technologien und die Chancen von Trask auf dem deutschen Markt zu erfahren.

Sie haben einen sehr reichhaltigen Karriereweg, einschließlich der Arbeit an Weltraumprojekten den Mars und Jupiter betreffend hinter sich. Hatten Sie schon immer eine solche Leidenschaft für Technologien?

Immer. Ich begann 1975 in der Schule mit dem Programmieren und verdiente meine Universitätsausbildung mit der Entwicklung von Software. In den nächsten Jahren arbeitete ich daran, komplexe Produkte mit digitalen Komponenten zu entwerfen und später effektive und effiziente Serviceprozesse zu implementieren. Ich habe mich also immer auf Technologie, IT und Digital konzentriert und hatte schon immer eine Leidenschaft dafür. Die Arbeit an Weltraumprojekten war in diesem Zusammenhang etwas Außergewöhnliches und Erstaunliches. Ich habe digitale Daten von ausserhalb unseres Sonnensystems gesehen und das war sehr beeindruckend. Und auf dem Weltraumbahnhof im Kennedy Space Center zu sein und zu beobachten, wie die Rakete ins All startet, war ein großartiges Ende des Projekts.

Sie haben ein großes Stück Arbeit geleistet. Besonders in der Automobilindustrie, insbesondere bei Volkswagen. Jetzt stehen Sie als innovativer Dienstleister auf der anderen Seite. Warum die Änderung?

Ich war seit 1998 in der Automobilindustrie bei Volkswagen tätig und war immer an der Entwicklung von Anwendungen und den digitalen Aspekten der Dinge beteiligt. Innerhalb von zehn Jahren in meiner Prozess Manufaktur bin ich dann ein wenig vom IT-Bereich abgewichen. Mir ist bewusst geworden, dass viele Manager zu dieser Zeit IT-Lösungen forderten, sobald es ein Problem mit dem Prozess gab. Sie ignorierten Lösungen, die die Zusammenarbeit zwischen den Menschen verbessern würde. Ich bin davon überzeugt, dass wir Wege finden müssen, um die „digitalen“ und „sozialen“ Aspekte zu integrieren – und das ist meine Motivation. Wenn Sie mich 1987 gefragt hätten, was die Begriffe „digital“ und „IT“ bedeuten und was wir hier bei Trask tun, hätte ich geantwortet, dass es sich um eine Naturwissenschaft wie Physik und Mathematik handelt. Heute sage ich, dass IT zu den Sozialwissenschaften gehört, weil sie Menschen verbindet.

Ihr Unternehmen, dessen deutscher Name mit „Prozess Manufaktur“ übersetzt werden kann, konzentrierte sich auf die Verwaltung von Geschäftsprozessen und die organisatorische Verbesserung.

Ich habe es “ProzessManufaktur” genannt, weil ich bessere Wege finden wollte, die mehr auf Menschen ausgerichtet und weniger auf Technologien orientiert sind und uns helfen, Geschäftsprozesse und -verfahren zu verstehen und zu implementieren. Ich wusste, dass dies nicht einfach theoretisch möglich war und dass es notwendig war, echte Probleme zu lösen. So arbeitete ich zwischen 2007 und 2017 für Kunden wie die Hamburger Kinder- und Jugendhilfe, eine Regierungsbehörde, die sich um Kinder kümmert, die, zum Beispiel, von ihren Familien vernachlässigt werden. Dies sind sehr sensible Prozesse und sie waren nicht immer gut integriert. Es war etwas völlig anderes und gleichzeitig war es interessant aus der Automobilindustrie zu kommen und zu versuchen, diesen Bereich zu verstehen. Und dann einige der erfolgreichen Optimierungsansätze aus der industriellen Welt auf diese Art von Umgebung zu übertragen. Die Prinzipien einer effektiven und effizienten Organisation, in der Menschen motiviert sind und hervorragende Ergebnisse erzielen, haben sich in verschiedenen Bereichen als die gleichen erwiesen.

In Ihrer Karriere haben Sie sich auf technische und organisatorische Innovationen konzentriert. Als Sie zum ersten Mal von Trask gehört haben, welche Lösung hat Sie am meisten beeindruckt?

Trask ZenID zum Scannen persönlicher Dokumente und das Visualisierungsportal mVIS für ŠKODA AUTO. Wenn Sie ein IT-Unternehmen aufbauen, müssen Sie sich auf den Verkauf von Lösungen konzentrieren, nicht auf den Verkauf von Stunden. Mich hat nicht so sehr „Trask“, sondern „Trask – enabling innovation“ beeindruckt. Diese Fähigkeit und der Wille – Innovationen zu entwickeln – ist heute ein attraktives und einzigartiges Verkaufsargument und fast alles hängt von Innovation ab. Viele Berater sagen, dass sie wissen, wie man digitalisiert, aber wir sind diejenigen, die es wirklich tun – wir digitalisieren. Und ich muss sagen, dass ich beeindruckt war, wie Trask als Beispiel voran ging und sich selbst umfassend digitalisiert hat. Ich habe die erforderlichen Tools jetzt jederzeit einsatzbereit und kann aus jüngster Erfahrung sagen, dass auch dies ein enormer Wettbewerbsvorteil ist. Alle Dokumente und Anwendungen, die ich benötige, habe ich buchstäblich jederzeit zur Hand.

Sie sind jetzt Teil von Trask, Teil der deutschen Niederlassung um genau zu sein. Wo sehen Sie die größte Chance für Innovation oder Verbesserung in Deutschland?

Trask ist über verschiedene Domänen attraktiv, da wir über eine Vielzahl von Lösungen verfügen, die die Digitalisierung ganzer Geschäftsprozesse unterstützen: vom Frontend über die Erstellung mobiler Anwendungen, die Digitalisierung von Dokumenten, die Identifizierung von Dokumenten und Personen bis hin zur Datenvisualisierung und Interaktion vor Ort. Im Backend steht uns die gesamte Technologie zur Verfügung, um Geschäftsprozesse mit modernsten BPM-Engines zu konfigurieren, um diese zu überwachen und in vorhandene IT-Systeme zu integrieren.

Und zu guter Letzt haben wir eine Lösung zur Entwicklung und Verwaltung digitaler und anderer Fähigkeiten, Trask Digital Workspace: und das ist ein ziemlich cooles Paket. Wir bieten alles von Frontend bis Backend, einschließlich der Entwicklung der Kenntnisse und der Fähigkeiten der Mitarbeiter. Das finde ich wirklich fantastisch.

Wenn Sie eine bestimmte Marktchancen für Trask nennen wollten…

Zum Beispiel in der Mobilität. Die Automobilindustrie steht gerade jetzt unter großem Druck Kosten zu senken und Innovationen zu entwickeln. Technologien und Erwartungen ändern sich, um digitale Produkte in die reale Welt zu integrieren. Neben OEM-Produzenten wie Volkswagen oder Mercedes usw. gibt es in Deutschland viele mittlere und große Innovatoren und Mobilitätsanbieter. Und Innovation, das ist unser Spielfeld. Und nicht zuletzt sind die Deutschen von den Lösungen aus der Tschechischen Republik sehr beeindruckt – wir sehen die Tschechen als sehr kluge Leute mit pfiffigen Lösungen an. Dies ist eine sehr wichtige Tatsache, die uns sehr hilft. Ich denke, wir sollten „clever-as-a-service“ verkaufen.

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Wir sprechen über die Zukunft und Kenntnisse. Welches Thema wird Ihrer Meinung nach das Thema der Zukunft in den Bereichen IT und Technologien sein?

Daten und die Art und Weise, wie wir unsere Welt anschlussfähig in IT-Systemen modellieren, damit wir immer auf dem aufbauen können, was bereits vorhanden ist und wir dieses weiterentwickeln können. Bisher gab es hier eine ganze Welt mit vollständig getrennten IT-Systemen und viele Unternehmen verdienen viel Geld mit der Integration dieser Systeme. Das Ziel meiner Arbeit sollte lauten: werdet die IT-Integrationsabteilungen los. Was wäre, wenn wir Systeme bauen würden, die nicht mehr integriert werden müssten, weil sie von Anfang an zusammenpassen? Dies hängt unter anderem stark davon ab, wie wir Datenstrukturen für solche Systeme modellieren und entwerfen.

Beispiel: Als ich CIO bei Volkswagen war, dienten ungefähr 40 % der Server in meinem Rechenzentrum ausschließlich der Systemintegration. Ein weiteres Beispiel: Obwohl es sich um einen vollständig digitalen Prozess handelte, gingen die Schweißpunktdaten des Fahrzeugs auf dem Weg vom Engineering zum Roboter verloren und niemand wusste warum. Wie das? Selbst digitale Prozesse, insbesondere Datenstrukturen, sind nicht richtig miteinander verbunden. Dies ist ein sehr wertvoller Bereich für gute digitale Lösungen.

IT- und technische Bereiche werden immer beliebter und Sie arbeiten neben Ihrer Arbeit auch mit der Universität Oldenburg zusammen.

Lebenslanges Lernen. Ich bin auch Student eines Doktorprogramms der Universität Oldenburg. Das hat folgenden Hintergrund: nach den Raumfahrtprojekten habe ich für Dräger in Lübeck gearbeitet, wo ich begann Führungsaufgaben zu übernehmen, also mehr mensch- und organisationsbezogen arbeitete.

Mir wurde klar, dass die Welt viel größer ist als meine gemütliche Technologieblase und dass die Menschen und Organisationen auf der Welt die wichtigste Rolle spielen. Dann habe ich mich auf Prozesse in Krankenhäusern konzentriert. Wir haben eine Software zur Verwaltung von Operationssälen entwickelt und Zeitpläne für Ärzte, Krankenschwestern und Anästhesiegeräte erstellt. Aber jemand anderes hat ein Zeitplansystem für die Wartung von Anästhesiegeräten im Keller erstellt. Diese parallele Entwicklung war jedoch nicht aufeinander abgestimmt, sodass sich die resultierenden Zeitpläne überschnitten.

Wie kommt es, dass diese nicht aufeinander abgestimmt waren?

Das habe ich auch gefragt. Was passiert in Organisationen, deren Abteilungen zuerst lokale Lösungen erstellen und erst dann benachbarte Abteilungen fragen. Wie können wir dazu verhelfen, dass dieses in gegenseitiger Zusammenarbeit gemacht wird und wie kann man dazu motivieren? Aber zurück zu meinem Beispiel: Natürlich stehen Technologien und Prinzipien wie Business Process Management Notation (BPMN) zur Verfügung – diese gibt Ihnen jedoch kein vollständiges Bild über den Prozess. Sie konzentriert sich auf die Aufgaben, die innerhalb eines Prozesses ausgeführt werden müssen, hilft Ihnen jedoch nicht bei der Modellierung von Ressourcenwie bei diesen Anästhesiegeräten. Sie werden in Prozessen für Operationssäle eingesetzt, müssen aber auch für Wartungsarbeiten zur Verfügung stehen. Zwei Prozesse, die dieselbe Ressource benötigen.

Dies kann leider in keiner Standardsprache für das Prozessmanagement formuliert werden und ist ein Beispiel dafür, woran ich arbeite. Ein anderes Beispiel ist, dass die aktuelle Modellsprachen keinen Begriff für Eigentum und Besitztum haben – was aber in der realen Welt sehr natürlich ist.

In wissenschaftlicher Hinsicht geht es bei diesen Herausforderungen darum, die Komplexität in Zusammenarbeit von autonomen Systemen zu lösen. Ich bemühe mich, Beschreibungen für sozio-digitale Systeme zu entwickeln, die diese Aspekte der realen Welt berücksichtigen. Dies sollte den Aufbau, die Validierung, die Integration und den weiteren Betrieb von IT-Ökosystemen erleichtern.


Andreas Hestermeyer

Er studierte Informatik und Software an der Technischen Universität Braunschweig. Arbeitete für das Applied Physics Laboratory, Laurel, MD und Dräger Medical in Lübeck. Den größten Teil seiner Karriere, 20 Jahre, hat er sich auf die Automobilindustrie konzentriert. Er wuchs im Norden Deutschlands in Hagen am Teutoburger Wald / Sudenfeld auf. Heute lebt er in Wasbüttel bei Braunschweig und ist glücklich mit seiner Frau Andrea verheiratet. Sie haben drei erwachsene Kinder und ein Enkelkind. Andreas ist Golfer und genießt Bergwanderungen auf der ganzen Welt.

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